Laut dem Dictionary of Literary Terms and Literary Theory von J. A. Cuddon stammt das Wort Horror von dem lateinischen Verb horrere für die Haare hochstehen lassen, zittern, (sich) schütteln ab, wodurch die die Horrorgeschichte eine Geschichte ist, die den Leser schockt oder ängstigt und eventuell sogar Gefühle der Abscheu oder sogar des Hasses bei ihm auslöst. Hauptthemen der Horrorliteratur sind laut dem Dictionary Mord, Selbstmord, Folter, Angst, Verrücktheit, Geister, Vampire, Doppelgänger, Succubi, Incubi, Poltergeister, dämonische Pakte, teuflische Besessenheit, Exorzismus, Hexerei, Voodoo, Lykanthropie und das Makabere.

Ein weiterer Begriff für Horrorliteratur, der im Lexikon der Horrorliteratur benutzt wird, ist Weird Fiction, was übersetzt etwa seltsame, merkwürdige, gruselige oder unheimliche Prosadichtung bedeutet und den Bogen weiter spannt und somit auch mehr Texte umfasst als nur der Begriff Horror.

Die Horrorgeschichte ist vor allem für die Entwicklung der modernen Kurzgeschichte von Bedeutung, einflussreich war auf diesem Gebiet insbesondere Edgar Allan Poe, weitere Bedeutung erhält sie auch durch ihre Verbindung zum Schauerroman (Gothic Novel), der Geister-/Gespenstergeschichte und dem Thriller.

Die Horrorgeschichte erkundet die Grenzen dessen, was Menschen zu tun oder zu erleben fähig sind. Die Abgründe der menschlichen Seele werden erforscht, der Grad von Angst, Hysterie und Wahnsinn, den Menschen aushalten könnten, wird erforscht, die dunkle Seite der Seele wird beleuchtet. Sie beschäftigt sich mit der Hölle, wobei diese nur das mehr oder weniger universelle Symbol einer extremen Bedingung, wie z. B. tiefe Trauer, ein überwältigendes Gefühl eines unwiederbringlichen Verlustes, akute Angst, irrationelle Vorahnungen oder körperliche Schmerzen, ist. Laut dem Dictionary entwickelte sich dieses Konzept der inneren Hölle im 16. Jahrhundert, wo es als Teil des Bewusstseins gesehen wurde und sich zu einer subjektiven, inneren, psychologischen, persönlichen und individuellen Quelle von Schrecken und Terror, z. B. denen des Chaos eines gestörten und gequälten Geistes, angesehen wurde.

Sie ist Teil eines langen Prozesses, mit dem Menschen versuchen, mit Ängsten vor dem Tod, dem Leben nach dem Tod, der Bestrafung, der Dunkelheit, dem Bösen, der Gewalt und der Zerstörung zurechtzukommen. So widmeten sich z. B. bereits die Schriftsteller des späten Mittelalters insbesondere den beiden Themen des Ubi sunt und des Danse Macabre und nahmen so spätere Entwicklungen vorweg. Als Auseinandersetzung mit dem Tod will auch Andreas Nohl in seinem Begleittext zu Das eiserne Leichentuch die Horrorgeschichte verstehen. Eine ähnliche Sichtweise legen Stephen King in Danse Macabre und H. P. Lovecraft in Die Literatur der Angst dar: Beide sehen in der Horrorliteratur ein Genre, das den Leser mit seinen Ängsten, mit der jedem Menschen innewohnenden Angst vor der Dunkelheit, dem Tod, dem Unbekannten und dem Verlust von Kontrolle, konfrontiert. Diese Argumentation übernimmt Anleihen aus der antiken Dramentheorie. Dort sollen die Zuschauer durch heftige Gefühlserregungen (Furcht und Schrecken, später bei Lessing Furcht und Mitleid) eine psychische Reinigung erfahren. Dem entspricht auch die Argumentation von Hans Meyer in Das unglückliche Bewußtsein. In einem kurzen Exkurs über William Beckfords Vathek bestreitet Meyer, dass es sich bei Vathek um einen Horrorroman handele, da der Autor nicht auf die Erregung von Angst ziele, sondern kühl und unbeteiligt beschreibe.

Literaturkritiker Douglas E. Winter stellte die These auf, bei der Horrorliteratur handel[e] [es] sich nicht um eine Gattung von Literatur […]. Für ihn ist die Horrorliteratur überhaupt kein Genre, wie Science Fiction oder der Western, es handele sich dabei vielmehr um ein Gefühl, diese Aussage wird auch vom Dictionary of Literary Terms and Literary Theory gestützt. Dabei ist es nach Winter keinem bestimmten Autoren vorbehalten, dieses Gefühl bei seinem Leser zu erzeugen, den man allgemeinsprachlich als Horrorautoren bezeichnet, wie z. B. in heutiger Zeit bei Stephen King oder auch bei Thomas Harris geschehen. Vielmehr hätten sich immer wieder Autoren aller Kulturen und Epochen mit den Themen der Angst und Gewalt beschäftigt; als Beispiele nennt er namentlich James Joyce, Ernest Hemingway, Nathaniel Hawthorne und Carlos Fuentes, deren Werke teilweise ebenfalls der Horrorliteratur zuzurechnen seien.

Abgrenzung von Horror und Science Fiction [Bearbeiten]
Die moderne Form des Zombies, der seinen Zustand meist einem wissenschaftlichen Grund, wie einem Virus „verdankt“ und nicht mehr viel mit dem ursprünglichen Zombie der Voodoo-Mythologie zu tun hat.
Die moderne Form des Zombies, der seinen Zustand meist einem wissenschaftlichen Grund, wie einem Virus „verdankt“ und nicht mehr viel mit dem ursprünglichen Zombie der Voodoo-Mythologie zu tun hat.

Das Ziehen einer eindeutigen Grenze zwischen Horror und Science Fiction fällt in einigen Fällen relativ schwer, da es viele Texte gibt, die zu beiden Genres gezählt werden und auch für die Entwicklung beider Genres entscheidend waren. Meist sind die Science-Fiction-Elemente auch erst der Auslöser für die jeweiligen Schrecken der Horrorgeschichten. So wird z. B. Mary Shelleys Frankenstein häufig als Begründer der Science-Fiction-Geschichte gesehen, gehört allerdings unbestritten auch zum Horrorgenre. Das Gleiche gilt auch für Stevensons Dr. Jekyll and Mr Hyde. Bei H. G. Wells erreichte die Vermischung beider Genres einen Höhepunkt, weshalb diese Romane oft auch als Science-Fiction-Horror bzw. SF-Horror, bezeichnet werden, auf die Romane von Richard Matheson (I Am Legend, The Shrinking Man) und H. P. Lovecraft (The Colour Out of Space) trifft dies ebenfalls zu. Insbesondere bei modernen Zombiegeschichten (z. B. in Stephen Kings Cell, in George A. Romeros Zombie-Filmen und in den Resident-Evil-Videospielen) liegt meist ein wissenschaftlicher Grund wie kosmische Strahlung oder ein Virus zugrunde, die Geschichten werden jedoch ausschließlich zum Horrorgenre gezählt.

Quelle: Wikipedia